JS-Tierportraits



Tipps für Fotovorlagen

(Disclaimer: alle hier gezeigten Fotos wurden von mir aufgenommen)


Ich bemühe mich nach Kräften, aus jeder Vorlage das bestmöglichste Gemälde zu machen, doch grundsätzlich wird das Gemälde besser, je besser auch die Vorlage ist. Gibt es nur "schlechte" Fotos, rate ich ggf. von einem Aquarellportrait ab, da man bei diesen so gut wie nichts korrigieren kann. Acrylportraits eignen sich dagegen auch mal  für Versuch und Irrtum, was zwar mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, dafür aber ein sehr viel korrekteres Endergebnis bringt.

Grundsätzlich gilt: Sie können nie zuviele Fotos schicken! :) Je mehr Fotos ich zur Verfügung habe, desto besser wird mein Eindruck von Ihrem Tier und damit auch die Korrektheit des Portraits.

Hier nun einige Tipps für gelungene Vorlagen:


Größe

Vielfach unterschätzt wird die Bedeutung der Auflösung eines Vorlagenfotos. Viel zu oft bekomme ich winzige Fotos von 500 oder noch weniger Pixeln als Vorlage, auf denen das Tier im schlimmsten Fall kaum die Hälfte des Fotos einnimmt. Bei solchen Vorlagen ist es fast unmöglich Felldetails, Fellzeichnung, Augenfarbe oder andere Merkmale korrekt auszumachen, da man beim Reinzoomen nur Pixel sieht. Für große Fotos in Originalgröße (2000 bis über 5000 Pixel) ist jeder Künstler dankbar, auch wenn die deutlich mehr Platz und Rechenleistung erfordern!
 

Sieht man sich das Foto in Originalgröße an, erkennt man gut alle wichtigen Details wie Augen, Nasenstruktur, einzelne Haare im Gesicht und die Vibrissen.


Fokus

Das größte und schönste Foto nützt nicht viel, wenn der Fokus meilenweit vor oder hinter dem Tier liegt. Es gehen alle Details verloren und man kann höchstens noch erahnen, wie das Tier
aussieht. Eine leichte Unschärfe ist aber kein Problem, solange man noch einzelne Haare und andere Details erkennen kann.


Die Luchse im linken Foto sind beide nicht im Fokus, aber man erkennt die Fellzeichnung und Gesicht gerade noch gut genug. Mithilfe gut fokussierter weiterer Fotos können Details ergänzt werden.



Ein derart unscharfes Foto hingegen ist nicht zu gebrauchen, selbst wenn die Ohren nicht abgeschnitten wären.


Perspektive

Die ansprechendsten Tierportraits erzielt man mit Vorlagen auf Augenhöhe des Tieres, oder leicht unter der Augenhöhe. Auf diese Weise wird eine direkte Beziehung vom Betrachter zum Tier geschaffen, das Tier wird als gleichwertig, eben "auf gleicher Augenhöhe" gesehen. Bei kleinen Tieren kann man sich dazu schonmal  auf den Boden legen, sofern man sie nicht gefahrlos auf einen Tisch o.Ä. setzen kann..

Fotos, die aus einem erhöhten Blickwinkel gemacht wurden, so wie wir unsere Tiere normalerweise sehen, eignen sich nur sehr selten für wirkungsvolle Portraits. Oftmals wirken sie langweiilig und wenig professionell.


Das linke Foto wurde auf Augenhöhe des Hundes aufgenommen und würde sich auch sonst sehr gut für ein Portrait eignen. Das linke hingegen ist in jeder Hinsicht ungeeignet für ein wirklich anspechendes Portrait.


Licht

Einer der wichtigsten Punkte überhaupt ist das Licht. Je mehr Licht die Kamera zur Verfügung hat, desto schärfer werden die Fotos. Außerdem kann aus einem interessant belichteten Foto ein wirklich atemberaubendes Portrait werden. Umgekehrt kann allzu einheitliches oder gar ungünstiges Licht ein Portrait langweilig machen oder sogar zerstören. Es sollte immer mindestens ein gut beleuchtetes Foto in den Vorlagen enthalten sein!

Je nach gewünschtem Effekt eignen sich direktes oder indirektes Sonnenlicht am besten. Direktes Sonnenlicht bringt oftmals interessante Kontraste, kann unter Umständen aber die Farben des Tieres verwaschen. Legt man besonderen Wert auf die Färbung des Tieres, bietet sich indirektes Sonnenlicht (wie etwa an einem bewölkten Tag) eher an.



Eine solche Belichtung würde ein ungewöhnlicheres, interessantes Gemälde ergeben. Ergänzend wäre aber noch ein Foto von Vorteil, auf dem man die Fellfarben besser sieht., da sie hier sehr ausgewaschen sind.



Dieses Foto zeigt eine ansprechende Pose, genug Details und einen schönen aufmerksamen Blick, aber das Kunstlicht zerstört alle Farben. Kommem hier als Ergänzung noch Fotos mit natürlicher Beleuchtung wie die beiden folgenden hinzu, kann daraus ein wunderschönes Portrait werden.



 

Hat man nicht die Möglichkeit sein Tier im Freien zu fotografieren, ist man gern versucht Blitzlicht zu verwenden. Nachteile davon sind, dass es oftmals die Farben viel zu sehr auswäscht und auch die Kontraste viel zu stark werden. Noch dazu kommt das Blitzlicht meist direkt aus der Kamera, so dass das Tier direkt von vorn belichtet wird. Das kann schnell zu einem langweiligen Bild führen, insbesondere, wenn das Tier genau zur Kamera schaut. Blitzlicht von vorn ist also eher eine Notlösung.



Dieses Foto alleine würde kein gutes Portrait abgeben...



... diese natürliche Beleuchtung aber würde dem Portrait viel mehr Leben einhauchen.

Alternativ zum Blitzlicht ist es im Haus günstig, das Tier in der Nähe eines großen Fensters oder einer Balkontür zu fotografieren. Am besten scheint dazu draußen die Sonne, so dass das Tier schön ausgeleuchtet wird und das Foto genug Schärfe bekommt..



Diese beiden Fotos wurden in der Nähe eines Fensters aufgenommen...  



...und zeigen sehr schöne Farben.


Posen

Insbesondere bei Ganzkörperportraits spielt die Pose eine wichtige Rolle. Bei liegenden oder stehenden Posen ist es günstig, wenn sich das Tier auf einer festen Unterlage befindet und damit keine Pfoten etc. verdeckt werden. Soll das Gemälde einen ausgearbeiteten Hintergrund haben, ist das in der Regel aber kein Problem, weil Decken oder Gras einfach als Hintergrund übernommen werden können.

 
Beide Posen wären für ein wirkungsvolles Portrait geeignet. Ergänzt man beim Setter noch den Hintern (idealerweise mit weiteren Fotos, die eine ähnliche Pose haben), wird daraus ein komplettes Ganzkörperportrait.

Actionbilder sind oftmals schwerer zu schießen als ruhige Posen, können aber eine unglaubliche Dynamik und Energie ins Portrait bringen. Sind noch andere Fotos vom Tier vorhanden, die seine Merkmale gut zeigen, ist es nicht so tragisch, wenn das Actionfoto unscharf ist. Wichtig ist vor allem, dass man die Anatomie des Tieres (Pfoten/ Hufe/ Krallen, Gesicht, ...) einigermaßen erkennen kann. Sehr wirkungsvoll ist es oftmals, wenn das Tier beim Fotografieren diagonal an einem vorbeiläuftt, in manchen Fällen auch direkt auf den Fotografen zu. Wird ein Actionportrait gewünscht, ist es unter Umständen auch möglich, eine Pose von einem anderen Tier als Grundlage zu verwenden und dieses mit Hilfe von (meist mehreren) Fotos des zu portraitierenden Tieres zu kombinieren. Dafür habe ich einige eigene Fotos zur Verfügung, oder ich suche geeignete Stockphotos (= Fotos von anderen Fotografen, die zum Zweck der Vorlage gekauft werden können).

 


Diese Pose würde sich sehr gut für ein Actionportrait eignen. Die eingefrorene Bewegung sieht ansprechend aus und das Foto ist scharf genug, um Details zu erkennen.



Der Vorderkörper des Hundes ist außer Fokus, aber mithilfe weiterer, scharfer Fotos könnte man hieraus gerade noch ein schönes Gemälde machen.


Das alles klingt unglaublich anspruchsvoll und Sie wissen nicht, ob Ihre Fotos für ein Portrait geeignet sind? Kein Problem, schicken Sie sie mir einfach und dann schauen wir, was wir damit erreichen können. Oftnals habe ich aus einer Auswahl an Fotos schon die qualitativ schlechteren als Hauptmotiv genutzt, weil der Gesamteindruck mir für ein Portrait wirkungsvoller erschien als ein besseres Foto. Letztlich ist es immer eine Fallentscheidung, und gerade bei verstorbenen Tieren gibt es oft gar keine guten Fotos mehr. Hier arbeite ich eng mit Ihnen zusammen, um trotzdem ein würdiges Portrait ihres Lieblings zu erschaffen!